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DGB und AfA demonstrieren gemeinsam in Hannover

Veröffentlicht am 10.09.2013, 10:50 Uhr     Druckversion

AfA in Hannover
GewerkschafterInnen auch für einen Politikwechsel in Berlin

Bei einer Großkundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes und seiner acht Mitgliedsgewerkschaften demonstrierten am 07.09. 13.000 Menschen in Hannover für einen Politikwechsel.

Mit dabei sehr viele AfA-Mitglieder aus dem Landesvorstand und den Kreisvorständen.

Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske kritisierte in seiner Rede auf dem Opernplatz, dass die Arbeitsverhältnisse sich in den letzten Jahren für immer mehr Menschen drastisch verschlechtert hätten, und forderte bessere Spielregeln auf dem Arbeitsmarkt: "Wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn von zunächst 8,50 Euro pro Stunde. Die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen in den Branchen muss erleichtert werden. Und wir brauchen verlässliche und Existenz sichernde Beschäftigung, gleiche Bezahlung für Leiharbeit. Schluss mit den sachgrundlosen Befristungen und der Schutzlosigkeit von Mini-Jobs."

Helga Schwitzer, Vorstandsmitglied der IG Metall, warf der Bundesregierung vor, die falsche Rentenpolitik zu betreiben: "Nicht einmal jeder Dritte kann sich vorstellen, bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter zu arbeiten. 42 Prozent fürchten, dass ihre Rente später nicht reicht." Das Rentenniveau müsse wieder angehoben und solidarisch finanziert werden. Es ist doch ein Armutszeugnis und ein Verstoß gegen die Menschenwürde, wenn nach 30 oder  40 Jahren Arbeit nur noch der Gang zum Sozialamt bleibt“.

Serena Sorrentino, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft CGIL in Italien, machte in ihrer Rede deutlich, dass bei den Wahlen am 22. September jene Kräfte gestärkt werden müssten, die auf sozialen Zusammenhalt in Europa setzten: "Kommt es anders, so wird der Weg hin zu einem demokratischen und sozialen Europa sehr viel mühevoller sein. Kein europäisches Land sollte denken, seine Probleme alleine lösen zu können – angesichts der drastischen Krise, die wir derzeit durchleben. Dies gilt auch für die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften."

Der Hauptgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN Gesamtverbandes, Dr. Ulrich Schneider, bezeichnete die Vermögensverteilung in Deutschland als "geradezu obszön" und forderte einen steuerpolitischen Kurswechsel: "Wenn die reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens für sich horten, dann ist Umverteilung nötig und möglich. Sehr hohe Einkommen und sehr hohe Vermögen müssen in die Pflicht für unser Gemeinwesen genommen werden – durch eine Vermögenssteuer, die stärkere Besteuerung großer Erbschaften und höherer Spitzensteuersätze in der Einkommenssteuer. Nur so gewinnt der Staat Handlungsspielraum, um wirtschaftlichen Erfolg bei gleichzeitiger Sicherung sozialer Standards zu ermöglichen."

Homepage: AFA-Schleswig-Holstein


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