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AfA unterstützt die IG Metall bei der Stärkung von Industrie und Gute Arbeit

Veröffentlicht am 17.09.2014, 13:48 Uhr     Druckversion

Die AfA unterstützt die IG Metall Initiative des Kieler Appells. Zentrale Position der AfA ist es "Gute Arbeit und Gute Lebensbedingungen" zu erreichen. Dieses geht jedoch nur mit der Sicherung und dem Ausbau von wertschöpfenden Arbeitsplätzen, denn irgendwo muss auch das Geld herkommen, um eine gute Verwaltung, ein gutes Sozial- und Bildungssystem zu finanzieren. "Wir haben im Koalitionsvertrag, einen "guter Arbeit-Index" verankert, um ein Messlatte zu haben. Alleine dessen Umsetzung fehlt.

 

Kieler Appell: Industrie stärken, Gute Arbeit sichern, Zukunft gestalten

Kiel nimmt als Industriestandort in Schleswig-Holstein eine herausragende Rolle ein. Neben Werften und maritimen Zulieferern haben Unternehmen aus dem Schienenfahrzeugbau, dem Maschinenbau, der Bahntechnik, der Medizintechnik, der metallverarbeitenden Industrie sowie aus dem Bereich der industrienahen Dienstleistungen ihren Sitz in Kiel. Die Produktion von Wehrtechnik hat dabei eine große Bedeutung. Hinzu kommen Unternehmen aus dem Bereich Häfen und Logistik, der Gesundheitswirtschaft sowie aus der Lebensmittelwirtschaft. Knapp ein Drittel der 100 größten Unternehmen in Schleswig-Holstein entfällt auf das Gebiet der Stadt Kiel. Seit dem Jahr 2005 liegt die Zahl der Industriebeschäftigten in Kiel relativ konstant bei rund 10.000 Menschen. Zumeist sind dies Arbeitsplätze in tarifgebundenen Unternehmen, wodurch die dort Beschäftigten von guten Arbeitsbedingungen, angemessenen Gehältern und betrieblicher Mitbestimmungspraxis profitieren können. Gerade in den Jahren der Finanz- und Wirtschaftskrise blieb die Zahl der Industriearbeitsplätze stabil, wodurch Kiel und seine Region deutlich besser aus der Krise hervorgegangen ist als andere Regionen in Schleswig-Holstein. Dies belegt, dass industrielle Produktion und sichere und zukunftsfähige Industriearbeitsplätze das Rückgrat der Kieler Wirtschaftsstruktur bilden. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass ein Industriearbeitsplatz nachgelagert mindestens zwei weitere Arbeitsplätze nach sich zieht.

In Anbetracht gegenwärtiger und zukünftiger gesellschaftlicher Herausforderungen wird der Industrie im Rahmen der Wirtschaftspolitik auf Landesebene und kommunaler Ebene eine deutlich stärkere Rolle zukommen als dies bislang der Fall war. Regionale Wirtschaftspolitik muss auch immer auf eine nachhaltige Industriepolitik ausgerichtet sein, die das Prinzip „Guter Arbeit“ in den Fokus nimmt. Die weitere Förderung des touristischen Profils der Region sowie eine strategisch ausgerichtete Flankierung industrieller Wertschöpfung sind die zwei tragenden Elemente für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit Kiels. Beide Elemente dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Klimaerwärmung, emissionsarme Verkehrstechnologien, umweltfreundliche Nutzung der maritimen Ressourcen sind nur einige Beispiele für entscheidende Themenfelder, auf denen Kieler Industrieunternehmen bereits heute aktiv sind und an innovativen Lösungen arbeiten. Alternative und ressourcenschonende Antriebe für die maritimen Verkehre, komplexe Lösungen für den elektrifizierten Bahnverkehr sowie international anerkannte Leistungen auf dem Gebiet der Meeresforschung und der Meerestechnik stellen Kernsektoren eines weiteren umweltverträglichen und industriellen Wachstums dar. Hinzu kommt noch das enorme Potenzial, das die Region hinsichtlich des Ausbaus regenerativer Energien an Land und auf dem Meer bietet. Diese Stärken müssen hinsichtlich der Sicherung von Arbeitsplätzen und Exportchancen erhalten und ausgebaut werden.

Die IG Metall Kiel-Neumünster richtet aus diesem Grund den folgenden Appell an die Landesregierung Schleswig-Holsteins und den zuständigen Wirtschaftsminister:

  • Kiel als lebenswerte Region für seine Einwohner/innen darf nicht allein auf die Anforderungen des Tourismus abzielen. Industrielle Arbeitsplätze und „Gute Arbeit“ bilden das Fundament für eine zukunftsfähige Entwicklung für alle Betroffenen - Einwohner und Touristen.
  • Die Landesregierung muss schnellstmöglich einen Prozess in Gang setzen, um unter aktiver Einbeziehung von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Kommunen und anderen einen gemeinsamen „industriepolitischen Strategieprozess“ für die nächsten Jahre zu entwickeln.
  • Darin müssen bestehende Instrumente der Wirtschaftsförderung mit den arbeitsmarkt- und strukturpolitischen Instrumenten eng verzahnt werden.
  • Die IG Metall schlägt folgende Themen für eine industriepolitische Debatte vor:
    • Vernetzung und Austausch zwischen Industrie und Universitäten / Hochschulen.
    • Arbeitsplatz- und Fachkräftesicherung
    • Berücksichtigung des demografischen Wandels
    • Flächennutzungspolitik und Infrastrukturplanung (als Beispiel dient hier insbesondere das MFG-5-Gelände in Kiel)
    • Zur Begleitung des Strukturwandels müssen auch Initiativen zur Diversifizierung und Konversion vorangetrieben werden, angesichts der Abhängigkeit vom industriellen Bereich der Wehrtechnik.
    • etc.

Die IG Metall schlägt vor, eine Bestandsaufnahme zur industriellen Struktur der Region Kiel und Schleswig-Holsteins in Auftrag zu geben, Zukunftsfelder zu identifizieren, und mit den Beteiligten aus Politik, Industrie und Gewerkschaften einen gemeinsamen Prozess auf den Weg zu bringen.

Dieser Prozess muss eingebunden werden in eine norddeutsche Initiative zur Stärkung des Industriestandortes Norddeutschland. Dazu kann Schleswig-Holstein einen maßgeblichen Impuls geben.

Kiel, 21. August 2014

Homepage: AFA-Schleswig-Holstein


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