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AfA Nordkonferenz in Wismar streitet für zukunftssichere Arbeitsplätze im Norde

Veröffentlicht am 14.10.2014, 22:04 Uhr     Druckversion

AfA - Schleswig-Holstein in Wismar

Auf Einladung des AfA Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern fand am Sonnabend, 11.10.2014 im „phanTECHNIKUM“ in Wismar die AfA Nord-Konferenz statt. Grußworte hielt der Präsident der Bürgerschaft Wismar, Tilo Gundlack und über die Arbeit in Berlin berichtete der Bundestagsabgeordnete Frank Junge aus Wismar.

Hauptredner waren Peter Hlawaty, 1. Bevollm. Der IG Metall Rostock/Schwerin zum Thema Werkverträge und Christan Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung in MV, zum Thema Strategien für zukunftssichere Arbeitsplätze im Norden (Energie, Wind und maritime Industrie)

Aus Schleswig-Holstein waren wir mit insgesamt 9 Kolleginnen und Kollegen auf dieser Konferenz und konnten inhaltlich viel mitnehmen.

 

Folgende Resolution gerichtet an die 5 Landesregierungen und Fraktionen des jeweiligen Bundeslandes, wurde einstimmig verabschiedet.

Resolution der der AfA-Nordkonferenz am 11.10.2014 in Wismar

Für zukunftssicherer Arbeitsplätze in den Nord-Ländern

Die Energiewende bietet die Möglichkeit, den Wegfall von Arbeitsplätzen im Schiffbau und der Zulieferindustrie zu kompensieren, und auch vor allem neue Arbeitsplätze entstehen zu lassen. Besonders im Offshore-Bereich können bis zu 40.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Natürlich sind dafür erhebliche Investitionen notwendig. Für den Ausbau der Offshore- Windparks in Nord- und Ostsee wären das ca. 100 Milliarden Euro. Doch die Unternehmen sind immer noch verunsichert, da es immer noch keine ausreichende Planungssicherheit gibt. Zukunftssichere Arbeitsplätze sind aber das Rückgrat der Wirtschaftsstruktur im Norden. Deshalb ist es erforderlich, dass die Bundesregierung nachsteuert und unser Wirtschaftsminister Gabriel ist dabei besonders gefordert. Ein großes Hemmnis beim Ausbau der Windenergie ist der Ausbau der Stromtrassen. Wir fordern deshalb einen zügigen Ausbau.

Die AfA der Nordländer unterstützt deshalb die Forderungen der IG Metall Küste an Politik und Wirtschaft.

Energiewende beschleunigen

Das Thema Energiewende muss Chefsache werden.

Finanzierung verbessern

Eines der größten Probleme ist nach wie vor die Finanzierung der Großprojekte im Schiffbau sowie der Wind-und Offshore- Industrie.

Chancen der Windkraftindustrie nutzen

Der Ausbau der Offshore Felder in der in der Nord- und Ostsee ist eine große Chance für den strukturschwachen Norden und auch für die Werften

Marktchancen offensiv nutzen

Die deutsche Schiffbauindustrie muss deutlicher und bestimmter in den Offshore Markt drängen

Neue Windparks müssen für Wertschöpfung und Beschäftigung an der Küste sorgen

Ein wesentliches Kriterium für die Genehmigung von Offshore-Windparks sollte sein, dass die Beschäftigung und die Wertschöpfungskette an der Küste gestärkt werden. Dies muss natürlich unter Berücksichtigung des Naturschutzes, sowie einer harmonischen Gestaltung im Sinne der Tourismusstandorte vollzogen werden.

Besser statt billiger: Die Branche sollte auf Innovationen setzen

Auf dem Weltmarkt werden wir uns nicht mit billigeren sondern nur mit besseren Produkten durchsetzen. Wir fordern deshalb eine Ausweitung der Innovationsförderung.

Wir setzen auf Aus- und Weiterbildung

Nur mit qualifizierten und motivierten Beschäftigten wird die Windindustrie die notwendigen Innovationen entwickeln können. Wir fordern eine Intensivierung von Erstausbildung, Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogrammen.

Saubere Energie heißt für uns auch Gute Arbeit

Wir setzen auf eine leistungsstarke und wachsende Windindustrie, in der faire Arbeitsbedingungen herrschen. Gute Arbeit, tarifliche Regulierung der Entgelt- Leistungsbedingungen sowie betriebliche Mitbestimmung müssen auch in der Windindustrie selbstverständlich sein. Der ENERCON –Konzern ist aber gerade ein negatives Beispiel. In verschiedenen Standorten ( u.a. Aurich) werden massiv Betriebsräte unter Druck gesetzt oder versucht Betriebsratswahlen zu verhindern. Wir werden deshalb die ENERCON-Resolution der IG Metall unterstützen

Neben der Offshore-Industrie ist die maritime Industrie (z.B. Werften) mit ihren Zulieferunternehmen ein wichtiger Beschäftigungssektor. Rechnet man die Zulieferindustrie hinzu, sind rund 100.000 Beschäftigte in dem Kernbereich der industriellen maritimen Industrie beschäftigt. Die AfA unterstützt die Forderung der IG Metall für eine Innovationsinitiative für die deutschen maritimen Anbieter, sowohl für die Werften, Zulieferer als auch für die Offshore- Industrie. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass gerade das Innovationsförderprogramm ein wirksames Programm zur schnellen anwendungsorientierten Umsetzung ist. Dieses Instrument ist weiter auszubauen. Wir fordern den Bund und die Länder auf, den begonnenen Dialog zur Schiffbaufinanzierung fortzusetzen und Maßnahmen mit der Industrie, den Banken und Ländern auf den Weg zu bringen.

Die AfA-Landesvorstände aus dem Norden Deutschlands unterstützen den DGB und seine Gewerkschaften bei ihren Initiativen den Missbrauch von Werkverträgen zum Lohn- und Sozialdumping zu unterbinden.

Bei missbräuchlicher Fallgestaltung muss der Vertrag zwischen den Beschäftigten des Werkvertragsunternehmens und dem Werkvertragsunternehmen unwirksam sein und ein Arbeitsvertrag zwischen den betroffenen Beschäftigten und dem Auftraggeber der angeblichen Werkleistung als geschlossen gelten. Mindestens muss sichergestellt werden, dass Werkvertragsnehmer die gleichen Löhne erhalten wie die Beschäftigten des Auftraggebers und die Mitbestimmungsrechte der Betriebs- und Personalräte bei der Vergabe von Werkverträgen gestärkt werden. Gleichzeitig müssen die Kriterien für die Feststellung der Scheinselbständigkeit durch die Rentenversicherung präzisiert werden.“

 

Uwe Michaelis AfA M-V, Alfons Wobbeler AfA Weser-Ems, Gunter Wachholz AfA Braunschweig, Hans-Jürgen Licht AfA Hannover, Wolfgang Mädel AfA SH, Renate Kleinfeld AfA Hamburg, Wolfgang Jägers AfA Bremen

Homepage: AFA-Schleswig-Holstein


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