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AfA fordert seit Jahren eine Verbesserung in der Pflege

Veröffentlicht am 05.11.2014, 18:08 Uhr     Druckversion

Durch die aktuelle Debatte Pflegekammer Ja oder Nein wird berechtigt die Diskussion über den "Pflegenotstand" erneut geführt. Schon im August 2011 hat die AfA in Kreis Pinneberg sich intensiv zu diesem Thema geäußert.

Sich darum gekümmert hat sich bislang auschließlich die SPD, leider zu zugespitzt darauf es nur mit einer Pflegekammer zu regeln. Andere Parteien haben oder wollen dazu gar keine Antwort geben.

 

Altenpflege: Ist der Pflegenotstand noch abzuwenden ?
Die "Zeitbombe" Pflegenotstand ist noch lange nicht entschärft und tickt
unvermindert weiter.
Dieses gilt gleichermaßen für die ambulante Pflege (Pflegedienste für zuhause) und für die stationäre Pflege (Alten- und Pflegeheime).

Wenn sich hier mittelfristig in struktureller und finanzieller Hinsicht
nichts ändert, haben wir den Pflegenotstand mit allen gesellschaftlichen Folgen.

In Verbindung mit dem demografischen Wandel ist die Pflegesituation kaum auszumalen.
Warum sollen junge Menschen einen Beruf ergreifen der schlecht bezahlt
wird und in dem man immer mehr Arbeitsleistung bei stängiger Arbeitsverdichtung erbringen soll?
Hinzu kommt, dass die Auszubildenden in der Altenpflege ihre
Ausbildung selbst finanzieren müssen.
Auch die Öffnung des Arbeitsmarktes, die seit dem 1. Mai 2011 in Kraft ist, hat nichts gebracht.
Gutausgebildete Pflegekräfte aus Polen und Osteuropa gehen lieber
in die skandinavischen Länder oder in die Schweiz.
Da gibt es zur besseren Bezahlung noch wesentlich bessere Arbeitsbedingungen.
Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in diesen Ländern Konzepte, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten.
Es wird Rücksicht auf junge Familien und alleinerziehende Mütter
und Väter genommen.
Flexible Arbeitzeiten im Sinne der Mitarbeiter (m/w) und die Bereitstellung von
betriebsinternen Kindergärten bewirken, dass man Pflegekräfte
findet. Unter solchen Bedingungen macht das Arbeiten noch Spaß.

Wenn wir das Ruder noch rumreißen wollen,
müssen wir folgende Bedingungen schaffen:
1. Überführung der Altenpflegeausbildung in das "Duale Bildungssystem" .
(Betriebliche Ausbildung und Berufsschule)
Die Selbstfinanzierung muss wegfallen. Es muss eine
Ausbildungsvergütung gezahlt werden.

2. Eine Bessere Bezahlung und berufliche Übergangsmöglichkeiten von der
Altenpflege zur Krankenpflege, damit eine Altenpflegerin auch für die
Arbeit im Krankenhaus qualifiziert ist und wechseln kann.

3. Altersgerechtes Arbeiten muss in den Einrichtungen der Pflege Berücksichtigung finden.

Ältere Mitarbeiter (m/w) müssen von körperlicher Arbeit weitgehend befreit werden und mit anderen Arbeiten (Leitungs- und Organisationsarbeiten) beauftragt werden.
Berufliche Erfahrungen Älterer müssen als wertvolles Potential erkannt und genutzt werden.
Bezahlte Fort- und Weiterbildungen, sowie individuelle Karriereplanungen bis zur Rente.

4. Es treten mit zunehmenden Alter bei den Mitarbeitern in der Pflege berufbedingte
Schwerbehinderungen (u.a. durch jahrelanges schweres Tragen) auf.
Diese Pflegekräfte dürfen nicht selbst zum Pflegefall werden, sondern müssen
Teilhabe am Arbeitsleben haben. Sie müssen sinnvoll in den Arbeitsprozess integriert werden, sonst führt die Arbeit in der Altenpflege zur Arbeitslosigkeit
mit den Folgen der Altersarmut in späteren Jahren.

5. Um die Altenpflege zukunftssicher und finanziell auszustatten müssen unsere
Sozialsysteme besser und gerechter ausgestattet werden.
Wir müssen erreichen, dass die Kosten unseres Sozialsystems, wieder
auf vielen Schultern lastet.
Die Arbeitnehmer können dieses nicht allein finanzieren.
Die paritätische Finanzierung zu gleichen Teilen (Arbeitgeber/Arbeitnehmer)
muss wieder hergestellt werden.

Keine Einführung einer Kopfpauschale.

Aus meiner Sicht ist die einzige Lösung die Bürgerversicherung.
Ich bin sicher dass sie kommen wird!

Norbert Vahl
AfA-Kreisvorsitzender Pinneberg

Homepage: AFA-Schleswig-Holstein


Kommentare
RE: AfA fordert seit Jahren eine Verbesserung in der Pflege, Norbert Vahl - AfA-Kreisvorsitzender, (21.11.2014, 19:16 Uhr)
RE: AfA fordert seit Jahren eine Verbesserung in der Pflege, Birte Pauls, (10.11.2014, 11:45 Uhr)