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"Fischereiminister auf Schlafentzug ¬Ė Abschied von einem Br√ľsseler Ritual?"

Veröffentlicht am 17.12.2012, 11:11 Uhr     Druckversion

Entscheidende Woche f√ľr nachhaltige Fischereipolitik: Fischereiausschuss stimmt √ľber Reformpl√§ne ab / Sozialdemokraten fordern Beendigung des Quotengeschachers im Ministerrat
48 Stunden, in denen die Weichen f√ľr die Zukunft von Fischen und Fischern in Europa gestellt werden: Der Fischereiausschuss des Europ√§ischen Parlaments stimmt am kommenden Dienstag √ľber die Reform der gemeinsamen Fischereipolitik ab.In der darauffolgenden Nacht steht dann das j√§hrliche Adventsritual des Minister¬¨rats an: Die Minister entscheiden in einer Nachtsitzung √ľber Fangquoten f√ľr Atlantik und Nordsee. Mit einer Entscheidung wird erst am fr√ľhen Donnerstag gerechnet.

"Mit diesem Geschacher muss Schluss sein. Deshalb geht es bei der Abstimmung im Fischereiausschuss darum, die Fischereiminister in Zukunft zum nachhaltigen Handeln zu zwingen. Nachtsitzungen hinter verschlossenen T√ľren, in denen die Endlichkeit der Ressourcen vergessen wird und deren Entscheidungen kein Wissenschaftler guthei√üen w√ľrde, k√∂nnten bald der Vergangenheit angeh√∂ren", kommentiert die SPD-Europaabgeordnete und Berichterstatterin f√ľr die Reform der gemeinsamen Fischereipolitik Ulrike RODUST die anstehenden Entscheidungen.

Nach langen Verhandlungen zwischen den Fraktionen unter der Leitung von Ulrike RODUST liegen nun Kompromisse vor, mit denen rechtsverbindlich sichergestellt werden soll, dass ab 2015 die Fischbest√§nde nicht mehr √ľberfischt werden. Dadurch sollen sich die Best√§nde bis sp√§testens 2020 auf ihr optimales Niveau erholen. "Gesunde Fischbest√§nde sind gut f√ľr die Fischer: Gro√üe, erholte Fischbest√§nde liefern mehr Fisch als kleine, √ľberfischte. Und auch die Natur freut sich √ľber ein rundum intaktes √Ėkosystem", erkl√§rt Ulrike RODUST die Leitlinie ihrer Arbeit.

Als weiteres wichtiges Ziel nannte die SPD-Abgeordnete ein Verbot des R√ľckwurfes von essbarem Fisch (′Discards′) ins Meer: "Auch hier muss die Politik handeln. Leckerer Fisch geh√∂rt entweder auf den Teller oder sollte in Ruhe gelassen werden, damit er sich fortpflanzen kann. Erst fangen, ersticken lassen und dann den M√∂wen zuwerfen ist Irrsinn." Auch hier betont Ulrike RODUST das Eigeninteresse der Fischer: "Keiner von den Fischern, die ich kenne, will R√ľckw√ľrfe ¬Ė die bisherige Politik zwingt sie aber h√§ufig genau dazu."

Ob die Vorschläge der Sozialdemokratin am Dienstag eine Mehrheit finden, liegt maßgeblich am Abstimmungsverhalten der CDU- und EVP-Abgeordneten. "Leider haben meine konservativen Kollegen als einzige Fraktion die Kompromisse nicht unterschrieben. Die EVP will lieber beim Status quo bleiben. Ich hoffe, dass sich bis Dienstag bei einigen noch die Vernunft durchsetzt", so Ulrike RODUST.

Pressekonferenz mit Ulrike Rodust am Dienstag, 18.12.2012 um 16:00 Uhr .(tbc)
Raum ASP 5G3 des Europäischen Parlaments und im Livestream: http://www.europarl.europa.eu/ep-live/de/committees

Homepage: Ulrike Rodust, MdEP


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