"Vorbildliches Fischereiabkommen mit Mauretanien"

Veröffentlicht am 08.10.2013, 13:05 Uhr     Druckversion

Europäisches Parlament schützt lokale Kleinfischer und verhindert regionale Überfischung

Vor dem westafrikanischen Mauretanien soll künftig nachhaltiger gefischt werden. Das Europäische Parlament hat am Mittwoch gegen die Stimmen der konservativen Europäischen Volkspartei ein neues Fischereiabkommen zwischen der EU und Mauretanien ratifiziert.

Das Abkommen mit einer Laufzeit von zwei Jahren erlaubt europäischen Fischern in mauretanischen Gewässern rund 320.000 Tonnen Fisch zu fangen. Im Gegenzug erhält Mauretanien 70 Millionen Euro jährlich aus dem EU-Haushalt sowie 123 Euro pro Tonne Fang von den Fischern.

"Dieses Geld ist gut angelegt, denn endlich gibt es ein ausgewogenes und entwicklungspolitisch sinnvolles Fischereiabkommen“, kommentiert die fischereipolitische Sprecherin der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, Ulrike RODUST: „Die EU wird ihrer internationalen Verantwortung gerecht, indem sie unter strengen Auflagen in mauretanischen Gewässern fischt und dafür gesorgt hat, dass diese strengen Regeln auch für chinesische und russische Fischer gelten.“

Ulrike RODUST unterstreicht, dass die Fischereiabkommen der EU in der Vergangenheit zu Recht auf Kritik gestoßen seien. Das Prinzip der Nachhaltigkeit und die Interessen der lokalen Bevölkerung seien zuvor häufig zu kurz gekommen. Das neue Abkommen schütze hingegen das Prinzip des Vorrangs für lokale Kleinfischer und helfe, die Überfischung zu verhindern. Europäische Fischereiverbände hatten dagegen im Vorfeld kritisiert, dass sie durch das neue Abkommen aus den unmittelbaren Küstengewässern Mauretaniens, in denen insbesondere lokale Fischer aktiv sind, verbannt würden.

"Ich bin sehr froh, dass in der EU mehrheitlich ein Umdenken stattgefunden hat“, so Fischereiexpertin Ulrike RODUST. „Heute haben wir mit gutem Gewissen ein nachhaltiges Abkommen verabschiedet, das die Interessen der lokalen Bevölkerung berücksichtig. Schade, dass die EVP diesem nicht zustimmen konnte. Ich hoffe trotzdem sehr, dass dieses Abkommen Standards setzt und die EU auch andere Fischereiabkommen entsprechend überarbeitet.“

Homepage: Ulrike Rodust, MdEP


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