"Rückwurfverbot muss kommen!"
geschrieben von Ulrike Rodust am 19.03.2012, 11:48 Uhr


Frankreich und Spanien versuchen Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik auszuhebeln / Berichterstatterin im Parlament hält dagegen
Bis zu 1,7 Millionen Tonnen an Beifängen werden derzeit meist tot wieder über Bord geworfen. Diese Praxis soll bald ein Ende finden. Denn das Rückwurfverbot gilt bisher als wichtiger Bestandteil der anstehenden Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik in Europa (GFP).

Angesicht der von Spanien und Frankreich initiierten und vorab an die Öffentlichkeit gelangten Erklärung mehrerer Mitgliedsstaaten, die sich gegen das Rückwurfverbot richtet, blickt die SPD-Europaabgeordnete Ulrike RODUST allerdings mit großer Sorge auf die Tagung des Landwirtschafts- und Fischereirats, die ab Montag in Brüssel stattfindet. „Sollte sich hier eine Mehrheit der Mitgliedstaaten für ein ′weiter so′ aussprechen, würde dies den laufenden Reformprozess weit von dem Ziel einer nachhaltigeren Fischereipolitik abbringen“, betonte Ulrike RODUST.

EU-Kommission und Europäisches Parlament sähen in der Einführung eines intelligent ausgestalteten Rückwurfverbots zu Recht einen der zentralen Punkte der Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik, erläuterte die sozialdemokratische Sprecherin im Fischereiausschuss Ulrike RODUST, die als Berichterstatterin zur so genannten Grundverordnung Ansprechpartnerin seitens des Parlamentes für die anstehende Reform ist.

„Es ist höchste Zeit, dass wir der skandalösen Verschwendung von essbarem Fisch ein Ende bereiten", so Ulrike RODUST. "Als Berichterstatterin setze ich mich dafür ein, das Rückwurfverbot so auszugestalten, dass es für unsere Fischer umsetzbar ist. Es ist bedauerlich, dass manche Regierungen lieber blockieren als reformieren.“ Die Erfahrungen, beispielsweise in Norwegen, hätten gezeigt, dass die Einführung eines Rückwurfverbots zu einem Entwicklungsschub für selektive Fangtechniken und vorausschauendes Fangverhalten sorge.

Die SPD-Fischereiexpertin hofft jetzt, dass die geplante Erklärung im Rat keine Mehrheit findet. „Das Europäische Parlament ist erstmals gleichberechtigt mit dem Ministerrat an der neuen Gesetzgebung für die europäische Fischereipolitik beteiligt und wird verhindern, dass sich am Ende des Reformprozesses die Gegner einer nachhaltigen Fischereipolitik durchsetzen“, so Ulrike RODUST abschließend.

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