SPD Hohenlockstedt

Personen und Persönlichkeiten

Personen und Persönlichkeiten

Der SPD-Ortsverein Hohenlockstedt möchte im Rahmen seiner Möglichkeiten an die Personen erinnern, die sich um den demokratischen Rechtsstaat in Deutschland während der Weimarer Republik und auch danach verdient gemacht haben. Hierzu gehören kritische Autoren, Schriftsteller und Journalisten, die in ihren Bemühungen, das Dritte Reich zu verhindern, Leben, Gesundheit und ihre Freiheit opferten, in das Exil gingen oder in den Untergrund abtauchten. Sozialdemokraten haben, anders als die bürgerlichen Parteien, im Jahre 1933 das Ermächtigungsgesetz abgelehnt. Die Werke kritischer Autoren wurden im selben Jahr Objekte der Bücherverbrennung, eine Machenschaft kleinbürgerlicher Nationalsozialisten gegen eine anspruchsvolle Literatur. Zu deren Exzessen gehörten auch die Verbannung der sogenannten entarteten Kunst und die Vertreibung großer Geister von Wissenschaft und Kultur.

An der Abstimmung in der Kroll-Oper über das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich (Ermächtigungsgesetz) am 23. März 1933 nahmen 94 Reichstagsabgeordnete der SPD teil. 26 SPD-Abgeordnete fehlten, die sich überwiegend bereits in der sogenannten „Schutzhaft“ befanden oder auf der Flucht waren. Zu ihnen gehörte Julius Leber, der festgenommen wurde, als er die Kroll-Oper betreten wollte. Stellvertretend für die 94 Sozialdemokraten seien genannt:

Hans Böckler, Friedrich Ebert, Otto Grotewohl, Wilhelm Högner, Paul Löbe, Ernst Reuter, Louise Schröder, Kurt Schumacher, Carl Severing und Otto Wels, der am  Vorabend seine berühmte Rede hielt.

Die Bücherverbrennungen begannen in Schleswig-Holstein am 10.05.1933 in Kiel. Es folgten Helgoland (18.05.33), Lübeck (26.05.33), Schleswig (23.06.33) und Rendsburg (10.10.33).

Zu den indizierten Autoren im Rahmen der Bücherverbrennungen 1933 gehörten unter anderem: Ernst Bloch, Bertolt Brecht, Otto Dix, Alfred Döblin, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, Heinrich Heine, Franz Kafka, Erich Kästner, Egon Erwin Kisch, Karl Kraus, Karl Liebknecht, Georg Lukacs, Rosa Luxe,burg Heinrich Mann Klaus Mann, Ludwig Marcuse, Karl Marx, Carl von Ossietzky, Erich Maria Remarque, Joachim Ringelnatz, Nelly Sachs, Anna Seghers, Arthur Schnitzler, Carl Sternheim, Bertha von Suttner, Kurt Tucholsky, Franz Werfel, Arnold Zweig und Stefan Zweig.

Dieser Beitrag ist zugleich ein Protest gegen die Karrieristen, die überwiegend oder ausschließlich ihre eigenen Interessen verfolgen, die durch ihren Opportunismus, aber auch durch ihre Ignoranz jegliches Gespür für die große Geschichte der Partei vermissen lassen, die unsere Partei für ihre egoistischen Ziele, für Pfründe, Posten und Ämter benutzen wollen. Mut und Opferbereitschaft der Sozialdemokraten in schwerer Zeit zugunsten der Würde aller Menschen und einer anspruchsvollen Ethik sollten Verpflichtung im Interesse des Ansehens der Sozialdemokratie sein. Sie hatten die Kraft, die innere Freiheit und die Charakterstärke, das Richtige zu tun, selbst wenn dies mit erheblichen Nachteilen bis hin zur Gefährdung ihrer Freiheit und ihres Lebens verbunden war. Die enttäuschenden Wahlergebnisse in den vergangenen Jahre und schlechte Umfragewerte sind Ausdruck einer schweren Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise, sind Ergebnis des Widerspruchs zwischen Anspruch und Wirklichkeit.