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Kalenderblatt August 2015

Im Kalenderblatt erinnern wir monatlich an Personen und Ereignisse, die (nicht nur) für unsere Partei von Bedeutung waren

7. August 1900 - vor 115 Jahren:

Wilhelm Liebknecht stirbt in Charlottenburg

Im August-Kalenderblatt erinnern wir an Wilhelm Liebknecht, der, neben Ferdinand Lassalle einerseits und August Bebel andererseits, als einer der Gründer der deutschen Sozialdemokratie in die Geschichte unserer Partei eingegangen ist.

1826 geboren, nahm Liebknecht an der Revolution von 1848 teil und musste nach deren Niederschlagung für insgesamt 13 Jahre ins Exil, zunächst in die Schweiz, wo er Friedrich Engels kennen lernte. Später floh Liebknecht weiter nach London, wo er sich dem Bund der Kommunisten um Karl Marx anschloss, mit dem er sich anfreundete. Für Liebknecht blieb bei aller Sympathie für die sozialistischen Theorien von Marx und Engels immer die Demokratie die zu erkämpfende Staatsform. Kurt Schumachers Losung 100 Jahre später, dass Demokratie und Sozialismus sich gegenseitig bedingen, findet sich schon bei Wilhelm Liebknecht.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland trat Liebknecht 1863 dem von Ferdinand Lassalle gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), der ersten deutschen sozialdemokratischen Partei, bei. Der ADAV (und insbesondere Lassalle) favorisierte die Befreiung der Arbeiterklasse von Not und Armut durch Reformen, nicht durch eine Revolution. Hier entstand zwischen Liebknecht und dem ADAV der Konflikt, denn Liebknecht war der Überzeugung, dass die herrschenden Zustände ohne eine Revolution nicht zum Vorteil der Arbeiter nachhaltig verändert werden könnten.

1864 wurde Liebknecht aus dem ADAV ausgeschlossen und aus Preußen ausgewiesen, er ließ sich daraufhin in Leipzig nieder und lernte dort im Arbeiterbildungsverein August Bebel kennen, mit dem er im August 1866 die Sächsische Volkspartei gründete – die zweite sozialdemokratische Parteiorganisation in Deutschland. 1869 wurde diese Partei aufgelöst und ihr revolutionärer Flügel, mit Liebknecht und Bebel an der Spitze, gründete schließlich in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP), die im Gegensatz zur Sächsischen Volkspartei reichsweit organisiert werden sollte und als revolutionäre Arbeiterpartei in Konkurrenz zum reformorientierten ADAV auftrat und sich der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA) anschloss.

Das Nebeneinander der beiden sozialdemokratischen Parteien in Deutschland endete 1875 mit der Fusion von ADAV und SDAP zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP). Das Programm dieser vereinigten Partei wurde entscheidend von Liebknecht geprägt und stellte einen Kompromiss zwischen der reformistischen Tradition des ADAV und der revolutionären Programmatik der marxistisch orientierten Sozialdemokraten dar, der dann auch von Karl Marx heftig kritisiert wurde. Wilhelm Liebknecht und August Bebel leiteten in den kommenden Jahrzehnten die Partei und konnten sie bis 1890 zur stärksten politischen Kraft im Deutschen Reich führen. Liebknecht blieb bis zu seinem Tode seinen Grundüberzeugungen treu, blieb zeit seines Lebens ein Gegner der Monarchie, ein Gegner jeder Art von Krieg und ein radikaler Demokrat.

Nach seinem Tod 1910 und nach dem Tode August Bebels 1913 übernahmen mit Friedrich Ebert, Hugo Haase und Philipp Scheidemann Männer die Führung der Partei, die sich bereits in den sozialdemokratischen Strukturen entwickeln konnten, welche die „Gründerväter“ der SPD (Lassalle, Bebel und Liebknecht) aufgebaut hatten.

Es bleibt eine offene Frage, ob die Geschichte des 20. Jahrhunderts anders verlaufen wäre, wenn im Juli und August 1914 Liebknecht und Bebel noch an der Spitze der deutschen Sozialdemokratie gestanden hätten.

Okke Wismann (Kontakt)



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