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Kalenderblatt April 2014

Im Kalenderblatt erinnern wir monatlich an Personen und Ereignisse, die (nicht nur) für unsere Partei von Bedeutung waren

25. April 1974 - vor 40 Jahren:

Günter Guillaume wird als Spion verhaftet

Im April-Kalenderblatt erinnern wir an die Verhaftung des DDR-Spions Günter Guillaume, der als persönlicher Referent von Willy Brandt in dessen Amtszeit als Bundeskanzler fungiert und den Rücktritt Willy Brandts als Bundeskanzler maßgeblich mit ausgelöst hat.

Willy Brandt mit Günter Guillaume

Guillaume wurde Anfang der 50er Jahre für einen Einsatz in der Bundesrepublik vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR ausgebildet, er siedelte 1956 in die Bundesrepublik über, wo er in Frankfurt zuerst einen Kaffeeladen betrieb.

1957 trat Guillaume in die SPD ein und wurde 1964 hauptamtlicher Parteifunktionär. 1969 fungierte er als Wahlkampfleiter für Georg Leber, der ihn nach der Bundestagswahl in diesem Jahr als Referenten ins Bundeskanzleramt vermittelte. Horst Ehmke, damals Kanzleramtsminister, ließ Guillaume wie jeden anderen ehemaligen Übersiedler aus der DDR vom Verfassungsschutz überprüfen, bis heute ist strittig, ob diese Überprüfung korrekt und vollständig durchgeführt wurde und ob gewisse Hinweise auf eine mögliche Agententätigkeit schon zu dieser Zeit vorgelegen hatten – Fakt ist, dass anscheinend keine mit der „Durchleuchtung“ befasste Stelle Einwände gegen die Einstellung Guillaumes im Bundeskanzleramt erhob.

Guillaume machte sich sehr schnell auch im Bundeskanzleramt einen Namen: seine Vorgesetzten dort lobten stets seinen ungeheuren Fleiß und sein Organisationstalent. 1972 schließlich wurde er zum persönlichen Referenten des Bundeskanzlers Willy Brandt ernannt und hatte von da an mit Vorgängen und Unterlagen der höchsten Geheimhaltungsstufe zu tun.

Als die ersten Indizien für eine Agententätigkeit Guillaumes vorlagen, wurden von den ermittelnden Beamten die damaligen Spitzen des Bundeskriminalamtes, des Verfassungsschutzes und sogar der damalige Innenminister, Hans-Dietrich Genscher, über  die Verdachtsmomente unterrichtet. Später entstand darüber Streit zwischen den Beteiligten, wer wem was anvertraut oder Informationen vorenthalten hat, bis heute ist diese Angelegenheit nicht völlig aufgeklärt.

Tatsache ist jedoch, dass Genscher Willy Brandt 1973 über den Verdacht gegen seinen persönlichen Referenten informiert hat, Willy Brandt selbst hielt diese Vermutung für absurd, eine Spionagetätigkeit traute er Guillaume nicht zu. Folgenden Plan hatten die Verantwortlichen damals gefasst: Guillaume sollte in seiner Tätigkeit verbleiben, bis handfeste Beweise vorlägen und dann gegebenenfalls verhaftet werden – eine Absurdität, die ihresgleichen sucht – die Einwilligung Willy Brandts in diesen Plan war dann allerdings noch absurder: der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland als Lockvogel! Später äußerte Willy selbstkritisch hierzu: „Ich Rindvieh hätte mich auf den Vorschlag eines anderen Rindviehs (gemeint war hier wohl Genscher) niemals einlassen dürfen!“ – Willy Brandt informierte nicht einmal seine beiden engsten Vertrauten, Horst Ehmke und Egon Bahr, über diese Angelegenheit. Beide hätten sicherlich den richtigen Rat gegeben, sich darauf nicht einzulassen.

So konnte Guillaume Willy Brandt noch auf einer Urlaubsreise nach Norwegen begleiten, auf der er wiederum Zugang zu den geheimsten Dokumenten erhielt. Natürlich hatte er alles für den DDR-Geheimdienst kopiert und weitergeleitet. Handfeste Beweise gab es aber immer noch nicht.

Als der Verfassungsschutz befürchten musste, dass Guillaume von den Ermittlungen erfahren könnte, entschloss man sich, seine Frau und ihn nunmehr festzunehmen. Am 25. April 1974 morgens öffnete Guillaume den vor seinem Haus versammelten Polizisten die Tür und begrüßte sie mit den Worten „Ich bin Offizier der Nationalen Volksarmee der DDR, ich bitte Sie meine Offiziersehre zu respektieren.“ – damit hatte er sich selbst „geoutet“.

Zum Zeitpunkt der Verhaftung Guillaumes hat wohl noch kaum jemand geahnt, welche Folgen diese Affäre haben würde: Willy Brandt geriet in den darauffolgenden Tagen und Wochen immer mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeit – nicht mehr der Spion im Kanzleramt war das eigentliche Thema, nicht die fahrlässigen Fehler bei der Überprüfung dieses ehemaligen DDR-Bürgers, nicht das bodenlos leichtsinnige (wenn nicht vielleicht sogar vorsätzliche) Belassen des Verdächtigen in seiner Vertrauensstellung beim Bundeskanzler – sondern Willy Brandt selbst. Viele Spekulationen darüber, was dieser Spion in seiner Tätigkeit über Aspekte von Willy Brandts Privatleben wohl erfahren haben könnte, schossen ins Kraut, und Willy Brandt trat im Mai 1974 entnervt und tief getroffen als Bundeskanzler zurück.

Hiervon wird im Mai zu berichten sein.

Okke Wismann (Kontakt)

 

 



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