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Kalenderblatt Mai 2015

Im Kalenderblatt erinnern wir monatlich an Personen und Ereignisse, die (nicht nur) für unsere Partei von Bedeutung waren

6. Mai 1945 - vor 70 Jahren:

Kurt Schumacher beginnt mit dem Neuaufbau der SPD

 

Am 10. April 1945 war der 2. Weltkrieg in Hannover zuende, als Einheiten der 84. amerikanischen Infanteriedivision in die Stadt einrückten.

Auch für Dr. Kurt Schumacher, von 1930 - 1933 Reichstagsabgeordneter der SPD, bedeutete dies die Befreiung vom Nationalsozialismus, unter dem er in der Zeit von 1933 - 1945 insgesamt beinahe 10 Jahre in Konzentrationslagern gelitten hatte.

Bereits am 29. April hielt er die erste Rede vor den überlebenden Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten Hannovers, am 6. Mai 1945 wählten diese ihn zum Vorsitzenden der SPD der Stadt Hannover. Dies alles geschah noch inoffiziell und illegal, da die Besatzungsmacht die Neugründung von politischen Parteien noch gar nicht zugelassen hatte. Offiziell durfte der SPD-Ortsverein Hannover sogar erst am 1. Dezember 1945 gegründet werden.

Kurt Schumacher bezog am gleichen Tag provisorische Büroräume in der Jakobstraße 10, die als "Büro Dr. Schumacher" in die Geschichte der SPD als erste Parteizentrale nach dem 2. Weltkrieg eingegangen sind.

Unverzüglich nahm er den Kontakt zu Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Land auf, um die Neugründung der SPD "auf Reichsebene", wie es damals noch hieß, vorzubereiten und anzuleiten.

Sehr schnell fokussierte Kurt Schumacher das Knüpfen von Verbindungen jedoch auf die Teile Deutschlands, die von Amerikanern, Briten und Franzosen besetzt waren, und klammerte die östlichen Landesteile, die unter sowjetischer Besatzung standen, aus.

Der Grund hierfür lag in seiner Abneigung gegen jede Form des Totalitarismus, den er in Form des deutschen Nationalsozialismus selber erleiden musste aber auch in der Sowjetunion am Wirken sah. Trotz vieler Erlebnisse der Solidarität zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten in den Konzentrationslagern lehnte Kurt Schumacher jede Zusammenarbeit mit den Kommunisten ab, da er diese ausschließlich  als den Interessen der Sowjetunion verpflichtet ansah. Den in Berlin im Juni 1945 gegründeten Zentralausschuss der SPD unter der Führung von Otto Grotewohl (später erster Ministerpräsident der DDR), Max Fechner, Erich Gniffke und Gustav Dahrendorf lehnte Kurt Schumacher konsequent als Gesprächspartner ab, da diese Organisation der (Ost-)SPD nur unter der Aufsicht der sowjetischen Besatzungsbehörden arbeiten durfte. Am energischsten bekämpfte er alle Pläne, gemeinsam mit den Kommunisten eine Einheitspartei zu bilden.

Zielstrebig arbeitete Kurt Schumacher in den ersten Monaten daran, von den einzelnen Bezirks- und Landesverbänden der SPD in den westlichen Besatzungszonen als Vorsitzender der Gesamtpartei anerkannt zu werden und sein Büro in Hannover zur Parteizentrale auszubauen. Zu seinen engsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Hannover gehörten dabei Egon Franke, Erich Ollenhauer, Annemarie Renger, Franz Neumann, Alfred Nau und Friedrich Heine; Namen, die in den nächsten Jahrzehnten immer wieder in unserer Parteiengeschichte eine Rolle spielten.

Kurt Schumacher besaß sehr große Autorität. Seine von ihm tapfer erlittene KZ-Haft und seine tiefen moralischen Überzeugungen machten ihn beinahe wie selbstverständlich zur nahezu unumstrittenen Führungsfigur der Sozialdemokratischen Partei in der Nachkriegszeit.

Es waren zwei große Leitlinien, die sein Denken und Handeln nach dem Krieg bestimmten und die Peter Merseburger in seiner Schumacher-Biografie so formulierte:

"Entweder die neue deutsche Demokratie wird sozialistisch oder gar nicht sein, lautet die erste; entweder ist der Sozialismus demokratisch, oder er ist kein Sozialismus, heißt die zweite Maxime, unter die er sein Handeln stellen wird." (P.M.: Der schwierige Deutsche. Kurt Schumacher. DVA 1995, S. 195f.)

Leider blieben Kurt Schumacher nach dem 2. Weltkrieg nur sieben Jahre, um am Aufbau der neuen deutschen Demokratie mitzuarbeiten, denn er starb bereits am 20. August 1952, nur 57 Jahre alt. Sein größtes Ziel, die SPD in der Bundesrepublik Deutschland zur größten Partei und damit zur Regierungspartei zu machen, hatte er leider nicht erreichen können.

Okke Wismann (Kontakt)

Kurzbiographie Kurt Schumachers bei Wikipedia



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