„Position der Milcherzeuger stärken“
geschrieben von Ulrike Rodust am 21.03.2011, 10:26 Uhr


Hohenwestedt: Das Europäische Parlament wird sich dafür einsetzten, dass die Verhandlungsposition der Milcherzeuger gegenüber Molkereien und Lebensmittelunternehmen deutlich gestärkt wird.

Davon zeigte sich die SPD-Europaabgeordnete, Ulrike Rodust, am Freitag bei ihrem Treffen mit schleswig-holsteinischen Milchviehhaltern in Hohenwestedt überzeugt. Bei dem Gespräch auf Hof „Eichengrund“ von Susanne und Christoph Lutze standen die zu erwartenden Auswirkungen der Reformpläne der europäischen Agrarpolitik auf den Milchsektor in Schleswig-Holstein im Mittelpunkt.

„Auch wenn der Milchpreis aktuell stabiler ist als in den vergangenen Jahren, müssen wir die Milcherzeuger wirkungsvoller vor möglichen Krisen schützen", erklärte die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten. Gerade kleine und mittlere Familienbetriebe fühlten sich von dem Auslaufen der Milchquote bis 2015 bedroht und fürchteten nach dem Wegfall der EU-weiten Milchmengenbegrenzung einen weiteren Preisverfall. „Doch gerade diese Betriebe leisten einen wichtigen Beitrag für Arbeitsplätze im ländlichen Raum und für die multifunktionale, nachhaltige und flächendeckende Landwirtschaft in Europa, die sich die Bürger wünschen", betonte Rodust. „Niemand will sich Schleswig-Holstein ohne das idyllische Bild der grasenden Milchkühe vorstellen", so Rodust, der die Kommissionsvorschläge zum Milchmarkt deshalb noch nicht weit genug reichen. „Mit dem zurzeit im Agrarausschuss diskutierten Bericht zu den Vertragsbeziehungen im Milchsektor wollen wir die Verhandlungsmacht der Erzeuger noch deutlich stärken. Damit es sich auch in Zukunft noch lohnt in Schleswig-Holstein Milch zu produzieren.“

Hintergrund:
Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik steht vor einer umfassenden Reform. Die bisherigen Regelungen gelten nur noch bis 2013. Das für die Milcherzeuger noch wichtigere Datum: die Milchquotenregelung, die die Produktion in den Mitgliedsländern beschränkt, läuft bis zum Jahr 2015 aus. Durch das Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages gilt auch in der Agrarpolitik das so genannte Mitentscheidungsverfahren: Das Europäische Parlament ist somit gleichberechtigter Gesetzgeber neben dem Rat der Europäischen Union und aktiv an der anstehenden Reform beteiligt.
Ulrike Rodust ist seit 2008 Mitglied des Europäischen Parlamentes. Die schleswig-holsteinische Abgeordnete ist Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung und Koordinatorin ihrer Fraktion im Fischereiausschuss.

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