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Veröffentlicht am 16.06.2010, 16:05 Uhr     Druckversion
EP lehnt Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ab

Ulrike Rodust bedauert Abstimmungsergebnis
Straßburg: Das Europaparlament hat sich am Mittwoch in Straßburg gegen die von Verbraucherschützern, Krankenkassen und Kinderärzten geforderte Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ausgesprochen.
Ein hoher, mittlerer oder niedriger Anteil an Zucker, Fett oder Salz muss also künftig nicht mit roter, gelber oder grüner Hinterlegung kenntlich gemacht werden.

Zwar sollen die Hersteller verpflichtet werden, Angaben zu den enthaltenen Kalorien zu machen und die vorhandenen Fette, sowie den Anteil an Salz, Zucker, Eiweiß und ungesättigten Fettsäuren in Relation zur empfohlenen Tagesportion anzugeben, „allerdings müssen die Nährwerte nicht pro Portion angegeben werden“ bedauert die schleswig-holsteinische SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust.

Gegen den Widerstand der konservativen Mitglieder im Parlament konnte allerdings durchgesetzt werden, dass auch für Produkte aus Fleisch, Geflügel und Milch sowie für Obst und Gemüse immer das Herkunftsland angegeben werden muss. „Ich glaube, dass es vielen Menschen sehr wichtig ist zu wissen, woher ihre Lebensmittel stammen – jetzt sollen sie dieses Recht auch bekommen“, so Rodust.

Auch wenn einige Verbesserungen für die europäischen Verbraucher erreicht werden konnten, bedauert Rodust, dass sich die verständlichere „Ampel“ nicht durchsetzen konnte: „Ich hätte mich gefreut, wenn die Mehrheit meiner Kollegen den Empfehlungen von Verbraucherschützern und Ärzten gefolgt wäre, statt sich der Argumentation der Lebensmittelindustrie anzuschließen.“

Nach der ersten Lesung im Parlament geht die Vorlage an den Ministerrat, der sich mit dem Europäischen Parlament, das hier ein Mitentscheidungsrecht hat, auf einen Kompromiss einigen muss.

Homepage: Ulrike Rodust, MdEP


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